Ein Einkäufer aus Venlo öffnet die Seite eines Krefelder Zulieferers, findet ein Kontaktformular auf Deutsch und schreibt stattdessen den Anbieter an, dessen Seite er lesen kann. So banal geht Geschäft an dieser Grenze verloren, und es fällt niemandem auf, weil eine Anfrage, die nie gestellt wurde, in keiner Statistik auftaucht.
Dabei ist die Ausgangslage stark. Krefeld hat rund 231.000 Einwohner und 96.597 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. 26.752 davon arbeiten im Produzierenden Gewerbe, 45.927 in Dienstleistungen jenseits von Handel, Gastgewerbe und Verkehr (IT.NRW, Stand 31.12.2024). Geprägt wird der Standort von Chemie, Edelstahl, Metallverarbeitung und Maschinenbau, dazu kommen der Rheinhafen mit seinen Umschlag- und Logistikflächen, eine lange Textiltradition und die Hochschule Niederrhein mit Standorten in Krefeld und Mönchengladbach. Der Chemiepark in Uerdingen prägt den Osten der Stadt seit dem 19. Jahrhundert.
Dazu kommt eine zweite Eigenart. Fertigung, Verfahrenstechnik und Zulieferung beschäftigen selten jemanden, der sich täglich um den Webauftritt kümmert. Nach unserer Erfahrung ist das kein Versäumnis, sondern die Folge einer Auftragslage, die über Bestandskunden und Ausschreibungen läuft. Die Antwort darauf ist keine aufwendigere Website, sondern eine anders geschnittene: Inhalte, die lange gültig bleiben, getrennt von den wenigen Angaben, die tatsächlich altern, und diese wenigen an einer Stelle, an der sie jeder im Büro in fünf Minuten anpasst.