Shopify ist eine gehostete Shop-Plattform, bei der die Software als Dienst gemietet wird. Betrieb, Aktualisierungen und Sicherheit liegen beim Anbieter, der Händler kümmert sich um Sortiment, Gestaltung und Vertrieb.
Der Preis für den schnellen Start ist eine dauerhafte Abhängigkeit. Weil nichts installiert und nichts aktualisiert wird, läuft der Shop auf der Infrastruktur des Anbieters und innerhalb der Möglichkeiten, die dieser vorsieht. Preisgestaltung und Funktionsumfang liegen damit außerhalb des eigenen Einflusses, während im laufenden Betrieb kaum technischer Aufwand anfällt. Für viele Händler ist das ein guter Tausch, aber es ist einer.
Erweitert wird der Funktionsumfang über Apps aus einem eigenen Verzeichnis und über Anpassungen am Theme, dessen Vorlagen in der Vorlagensprache Liquid geschrieben sind. Für tiefergehende Anpassungen stehen Programmierschnittstellen bereit. Wichtig für die Kostenplanung: Viele Apps werden monatlich abgerechnet. Ein Shop mit zehn Erweiterungen kann monatlich mehr für Apps zahlen als für den eigentlichen Tarif, und diese Kosten wachsen mit dem Shop.
Hinzu kommen die Transaktionskosten. Neben der Tarifgebühr fallen Gebühren für die Zahlungsabwicklung an, und bei Nutzung fremder Zahlungsanbieter erhebt die Plattform je nach Tarif eine zusätzliche Gebühr je Bestellung (Konditionen ändern sich, Stand der Angaben hier: September 2026). Für die Entscheidung sollte deshalb nicht der Grundtarif verglichen werden, sondern die Gesamtkosten je Bestellung bei realistischem Bestellvolumen und Warenkorbwert.
Für die Auswahl im deutschen Markt hilft eine klare Aufteilung. Shopify spielt seine Stärken bei Händlern aus, die schnell starten, international verkaufen und wenig eigene Technik betreiben wollen. Shopware kommt in Frage, wenn tiefe Warenwirtschaftsanbindung, B2B-Preise und Datenhoheit zählen. WooCommerce passt, wenn der Shop an einer inhaltlich getriebenen Website hängt und das Sortiment überschaubar bleibt. Eine allgemeingültige Antwort gibt es nicht, die Entscheidung folgt dem Geschäftsmodell.