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Shopware-Update: Checkliste, damit Plugins weiterlaufen

Shopware-Update ohne kaputte Plugins: Update-Typ bestimmen, Erweiterungen prüfen, testen, sichern. Mit Checkliste als PDF zum Abhaken.

Shopware-Update vorbereiten: Checkliste für Plugins und Erweiterungen, Blog-Header von inventivo mit Shopware-Logo
Inhaltsverzeichnis anzeigen
  1. Warum Erweiterungen beim Shopware-Update ausfallen
  2. Abhängigkeit von Interna des Shopware-Systems
  3. Template-Overrides und Theme-Anpassungen
  4. Shopware 6 Update vorbereiten: der Ablauf in sieben Schritten
  5. Schritt 1: Update-Typ bestimmen
  6. Inventur: welche Erweiterungen hängen am Update?
  7. Kompatibilität je Erweiterung klären
  8. Installierten Stand mit den Composer-Daten abgleichen
  9. Prüft Shopware das nicht schon selbst?
  10. Testsystem: das Update vorher auf einer Kopie durchspielen
  11. Prüfliste für das Testsystem
  12. Backup und Rückweg: vorher festlegen, wann du zurückgehst
  13. Das Entscheidungskriterium für den Rückweg
  14. Update durchführen und nachkontrollieren
  15. Composer oder Admin-Updater?
  16. Ablauf am Update-Tag
  17. Nachkontrolle nach dem Update
  18. Ein Beispiel: ein Shop mit 25 Erweiterungen
  19. Selbst machen oder begleiten lassen?
  20. Häufige Fragen zum Shopware-Update
  21. Wie oft sollte ich Shopware updaten?
  22. Muss ich vor einem Shopware-Update alle Plugins deaktivieren?
  23. Reicht der Kompatibilitätscheck im Shopware-Updater?
  24. Was tun, wenn nach dem Update der Shop nicht mehr läuft?
  25. Composer oder Admin-Updater, was ist besser?
  26. Brauche ich für ein Update ein Testsystem?
  27. Wie lange dauert ein Shopware 6 Update?

Ein Shopware-Update scheitert selten am Shopware-System selbst. Es hakt an den Erweiterungen: an einem Plugin, dessen Hersteller die neue Version noch nicht unterstützt, an einer Theme-Anpassung, die niemand mehr auf dem Schirm hat, oder an einer Erweiterung, die doppelt im System liegt. Solange unklar ist, welche installierten Erweiterungen am Update hängen, ist jedes Update eine Wette auf Bestellungen und Umsatz. Hier bekommst du einen Prüfablauf in sieben Schritten, den du von Hand abarbeiten kannst, und am Ende die Checkliste zum Abhaken.

Das Wichtigste in Kürze
  • Zuerst den Update-Typ bestimmen: Eine neue Hauptversion verlangt deutlich mehr Vorbereitung als ein Update innerhalb derselben Hauptversion. Bei einem Major-Update müssen laut Shopware alle Erweiterungen deaktiviert werden.
  • Das Herzstück ist die Inventur: jede Erweiterung mit Hersteller, installierter Version und Kompatibilität zur Zielversion, dazu Eigenentwicklungen, Theme-Anpassungen und Abhängigkeiten.
  • Installierter Stand und Composer-Daten müssen zusammenpassen. Abweichungen und doppelte Installationen fallen sonst erst beim Update selbst auf.
  • Erst auf einer Kopie testen, vorher sichern: Shopware erstellt selbst keine Backups, die Sicherung ist deine Aufgabe. Leg vor dem Update fest, ab wann du auf den alten Stand zurückgehst.
  • Nach dem Ablauf findest du die Update-Checkliste als PDF zum Abhaken auf einer Seite.

Warum Erweiterungen beim Shopware-Update ausfallen

Ich entwickle seit über 20 Jahren Plugins für Shopsysteme und bin seit 2014 als Hersteller im Shopware Store vertreten. Deshalb weiß ich: Eine Erweiterung ist kein abgeschlossenes Programm, das neben Shopware läuft. Sie greift an vielen Stellen in den Shop ein, in Abläufe, Datenbank, Administration und Storefront. Ändert Shopware eine dieser Stellen, passt die Erweiterung unter Umständen nicht mehr dazu.

Abhängigkeit von Interna des Shopware-Systems

Shopware bietet Erweiterungen offizielle Wege, um sich einzuklinken, etwa über Ereignisse und definierte Schnittstellen. Viele Erweiterungen nutzen darüber hinaus interne Klassen, Datenbankstrukturen oder Abläufe, die nie als dauerhaft stabile Schnittstelle gedacht waren. Gerade bei einer neuen Hauptversion werden solche Teile erfahrungsgemäß umgebaut. Die Folge reicht von einer Fehlermeldung beim Aktivieren bis zu einem Checkout, der kurz vor dem Abschluss abbricht.

Template-Overrides und Theme-Anpassungen

Viele Plugins und fast jedes individuelle Theme überschreiben Teile der Storefront-Templates. Das ist gewollt und sauber, solange das Original-Template gleich bleibt. Baut Shopware einen Block um, benennt ihn um oder verschiebt ihn, greift die Anpassung ins Leere: Inhalte fehlen, erscheinen doppelt oder das Layout verrutscht. Im Warenkorb und im Checkout ist das besonders heikel, weil dort jeder Fehler direkt Bestellungen kostet.

Dazu kommt eine ganz einfache Ursache: Nicht jede Erweiterung wird weiter gepflegt. Hat der Hersteller keine Version für deine Zielversion veröffentlicht, bringt dir die Vorbereitung vor allem eins: Du weißt es vorher und nicht erst im Live-Shop.

Shopware 6 Update vorbereiten: der Ablauf in sieben Schritten

Ein Shopware 6 Update gelingt, wenn die Reihenfolge stimmt. Die meiste Arbeit liegt vor dem eigentlichen Update, nicht darin. Die sieben Schritte bauen aufeinander auf und lassen sich in drei Phasen teilen:

Shopware-Update in sieben SchrittenPhase Vorher prüfen, im laufenden Shop ohne Risiko: 1 Update-Typ klären, Hauptversion oder kleinere Version. 2 Erweiterungen listen: Hersteller, Eigenbau, Theme-Anpassungen. 3 Stände abgleichen: Administration gegen Composer-Daten. Phase Absichern, bevor du etwas veränderst: 4 Testsystem prüfen: Bestellung, Zahlung, Mails, Theme. 5 Backup und Rückweg: sichern und Abbruchgrenze festlegen. Phase Durchführen, im Wartungsfenster mit Plan: 6 Update einspielen über Composer oder Admin-Updater. 7 Nachkontrolle: Cache, Theme, Testbestellung, Logs. Schritt 1 bis 5 entscheiden, ob das Update ruhig läuft. Je größer der Versionssprung, desto gründlicher Schritt 4.Shopware-Update in sieben SchrittenVorbereiten, absichern, durchführenPhase 1 · Vorher prüfenim laufenden Shop,ohne Risiko1Update-Typ klärenHauptversion oderkleinere Version?2Erweiterungen listenHersteller, Eigenbau,Theme-Anpassungen3Stände abgleichenAdministration gegenComposer-DatenPhase 2 · Absichernbevor du etwasveränderst4Testsystem prüfenBestellung, Zahlung,Mails, Theme5Backup, RückwegSichern und Abbruch-grenze festlegenPhase 3 · Durchführenim Wartungsfenster,mit Plan6Update einspielenComposer oderAdmin-Updater7NachkontrolleCache, Theme,Testbestellung, LogsSchritt 1 bis 5 entscheiden, ob das Update ruhig läuft.Je größer der Versionssprung, desto gründlicher Schritt 4.Shopware-Update in sieben SchrittenPhase Vorher prüfen, im laufenden Shop ohne Risiko: 1 Update-Typ klären, Hauptversion oder kleinere Version. 2 Erweiterungen listen: Hersteller, Eigenbau, Theme-Anpassungen. 3 Stände abgleichen: Administration gegen Composer-Daten. Phase Absichern, bevor du etwas veränderst: 4 Testsystem prüfen: Bestellung, Zahlung, Mails, Theme. 5 Backup und Rückweg: sichern und Abbruchgrenze festlegen. Phase Durchführen, im Wartungsfenster mit Plan: 6 Update einspielen über Composer oder Admin-Updater. 7 Nachkontrolle: Cache, Theme, Testbestellung, Logs. Schritt 1 bis 5 entscheiden, ob das Update ruhig läuft. Je größer der Versionssprung, desto gründlicher Schritt 4.Shopware-Updatein sieben SchrittenVorbereiten, absichern, durchführenPhase 1 · Vorher prüfenim laufenden Shop, ohne Risiko1Update-Typ klärenHauptversion oder kleinere Version?2Erweiterungen listenHersteller, Eigenbau, Theme-Anpassungen3Stände abgleichenAdministration gegen Composer-DatenPhase 2 · Absichernbevor du etwas veränderst4Testsystem prüfenBestellung, Zahlung, Mails, Theme5Backup, RückwegSichern und Abbruchgrenze festlegenPhase 3 · Durchführenim Wartungsfenster, mit Plan6Update einspielenComposer oder Admin-Updater7NachkontrolleCache, Theme, Testbestellung, LogsSchritt 1 bis 5 entscheiden,ob das Update ruhig läuft.Je größer der Versionssprung,desto gründlicher Schritt 4.

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Das Schaubild in Kürze:

  • Phase 1, vorher prüfen, im laufenden Shop ohne Risiko: 1 Update-Typ klären, Hauptversion oder kleinere Version. 2 Erweiterungen listen: Hersteller, Eigenbau, Theme-Anpassungen. 3 Stände abgleichen: Administration gegen Composer-Daten.
  • Phase 2, absichern, bevor du etwas veränderst: 4 Testsystem prüfen: Bestellung, Zahlung, Mails, Theme. 5 Backup und Rückweg: sichern und Abbruchgrenze festlegen.
  • Phase 3, durchführen, im Wartungsfenster mit Plan: 6 Update einspielen über Composer oder Admin-Updater. 7 Nachkontrolle: Cache, Theme, Testbestellung, Logs.
  • Schritt 1 bis 5 entscheiden, ob das Update ruhig läuft. Je größer der Versionssprung, desto gründlicher Schritt 4.

Der erste Schritt entscheidet, wie viel Aufwand die übrigen machen. Die Tabelle zeigt die Update-Typen im Vergleich.

Update-TypWas ändert sichRisiko für ErweiterungenWas du tust
Neue Hauptversion, die zweite Stelle der Versionsnummer ändert sichUmbauten im Shopware-System, an Schnittstellen und in der Storefront möglichhoch, jede Erweiterung braucht eine Version für die Zielversionvollständige Inventur, Testsystem, alle Erweiterungen deaktivieren, Rückweg planen
Kleinere Version innerhalb derselben HauptversionFehlerkorrekturen, Sicherheitskorrekturen, einzelne neue Funktionengeringer, aber nicht null, vor allem bei Zugriff auf Interna oder bei Template-AnpassungenKompatibilität prüfen, auf einer Kopie testen, Backup
Nur Erweiterungen aktualisierenneue Version einzelner Plugins, Apps oder des Themesauf die betroffene Erweiterung begrenzt, Abhängigkeiten beachtenÄnderungsprotokoll lesen, testen, Backup
Neue PHP-Version oder Serverwechseldie Laufzeitumgebung unter Shopwareältere Erweiterungen können mit neuer PHP-Version Fehler werfenSystemvoraussetzungen von Shopware und Erweiterungen prüfen, testen
← Tabelle seitlich scrollen →

Schritt 1: Update-Typ bestimmen

Schau zuerst, welche Version läuft und welche du anpeilst. Shopware zählt Versionen nach dem Schema 6.Hauptversion.Unterversion.Patch, so steht es in den Release Notes von Shopware. Ändert sich die zweite Stelle, ist es also eine neue Hauptversion. Liegt eine solche dazwischen, planst du ein eigenes Projekt mit Testphase. Die Shopware-Anleitung zum Aktualisieren sagt dazu sinngemäß: Bei einem Major-Update müssen alle Erweiterungen deaktiviert werden. Außerdem sollen vor jedem Update alle Erweiterungen aktuell und mit der Zielversion kompatibel sein.

Bei einem Update innerhalb derselben Hauptversion ist der Aufwand kleiner. Die Inventur aus Schritt 2 lohnt sich trotzdem, weil sie auch zeigt, welche Erweiterungen über Interna oder Template-Anpassungen empfindlich auf Änderungen reagieren.

Update oder Migration?

Der Wechsel von Shopware 5 auf Shopware 6 ist kein Update. Shopware 6 ist ein neu entwickeltes System, Daten, Theme und Erweiterungen werden übertragen oder neu aufgebaut. Wie das abläuft, steht im Ratgeber Shopware 6 Migration Schritt für Schritt. Dieser Artikel behandelt Updates innerhalb von Shopware 6.

Inventur: welche Erweiterungen hängen am Update?

Die Inventur ist Schritt 2 und der wichtigste Teil der Vorbereitung. Ziel ist eine vollständige Liste aller Erweiterungen, die im Shop installiert sind, auch der deaktivierten. Einen Überblick liefert die Administration unter Erweiterungen, Meine Erweiterungen. Wer Zugriff auf die Konsole hat, bekommt mit bin/console plugin:list die Plugins samt Version und Status. Teile die Liste in vier Gruppen:

1
Erweiterungen aus dem Store

Plugins und Apps von Herstellern aus dem Shopware Store. Hier gibt es meist eine Angabe zur unterstützten Version.

Prüffrage: Gibt es eine Version für die Zielversion, und hast du Zugriff auf die Updates?

2
Eigenentwicklungen

Plugins, die für deinen Shop gebaut wurden, oft von einem früheren Dienstleister. Niemand außer dir oder dem Entwickler prüft sie.

Prüffrage: Liegt der Quellcode vor, und wer passt ihn an?

3
Theme und Template-Anpassungen

Das Theme selbst und alle überschriebenen Templates, auch kleine Änderungen an Footer, Produktseite oder Checkout.

Prüffrage: Welche Templates sind überschrieben, und hat Shopware sie in der Zielversion verändert?

4
Abhängigkeiten

Erweiterungen, die eine andere Erweiterung voraussetzen, sowie Anbindungen an Warenwirtschaft, Zahlungsanbieter oder Marktplätze.

Prüffrage: Was fällt mit aus, wenn eine Erweiterung deaktiviert ist?

Kompatibilität je Erweiterung klären

Notier zu jeder Erweiterung den Hersteller, die installierte Version, die Version für deine Zielversion und einen Status: kompatibel, unklar, ersetzen oder entfernen. Die Angabe zur unterstützten Shopware-Version steht in der Regel auf der Detailseite im Store. Fehlt sie, frag den Hersteller direkt. Kommt keine Antwort, behandle die Erweiterung als nicht kompatibel. Deaktivierte Erweiterungen, die niemand mehr braucht, löschst du am besten vor dem Update ganz, das macht die Liste kürzer und das Update übersichtlicher.

Installierten Stand mit den Composer-Daten abgleichen

Schritt 3 klingt technisch, verhindert aber eine der unangenehmsten Überraschungen. Viele Shopware-Installationen werden über Composer verwaltet. In der Datei composer.lock steht für jedes Paket die festgeschriebene Version. Die Administration zeigt dagegen den Stand, der tatsächlich läuft. Weichen beide voneinander ab, ist meist nachträglich etwas eingespielt oder überschrieben worden, etwa ein Plugin per Upload aktualisiert, obwohl es eigentlich über Composer kommt. Beim nächsten Update kann Composer dann einen älteren Stand zurückholen oder mit einer Fehlermeldung abbrechen.

Achte dabei auch auf doppelte Installationen. Dieselbe Erweiterung kann zum Beispiel einmal im Ordner custom/plugins liegen und ein zweites Mal über Composer im vendor-Verzeichnis. Welche der beiden geladen wird, ist dann nicht mehr eindeutig. Entscheide dich für einen Weg und entferne die zweite Kopie, bevor das Update startet.

Prüft Shopware das nicht schon selbst?

Teilweise. Der Updater in der Administration prüft laut Shopware-Anleitung vor dem Start die Systemvoraussetzungen und ob deine Erweiterungen mit der Zielversion kompatibel sind. Das ist ein guter Grundcheck, aber er hat zwei Grenzen. Er gehört zum Updater: Aktualisierst du über Composer, wie Shopware es selbst empfiehlt, läuft er nicht mit. Composer prüft dann nur die Pakete, die es selbst verwaltet. Und er beantwortet die Frage „kompatibel oder nicht“. Die Stellen aus Schritt 3, also abweichende Stände und doppelte Installationen, sind laut Anleitung nicht Teil dieser Prüfung.

Genau für diese Lücke habe ich den Update Preflight Report entwickelt. Du wählst in der Administration die geplante Zielversion und bekommst einen priorisierten Bericht über alle installierten Erweiterungen, aktive und inaktive, unabhängig davon, auf welchem Weg du später aktualisierst.

PrüfpunktCheck im Shopware-UpdaterUpdate Preflight Report
Update über Composerläuft nicht mit, gehört zum Updater in der Administrationläuft vorab, unabhängig vom Update-Weg
Doppelte Installationenlaut Anleitung nicht Teil der Prüfungja, etwa custom/plugins plus vendor/store.shopware.com
Installierter Stand gegen Composer-Datenlaut Anleitung nicht Teil der Prüfungja, Abweichungen werden je Erweiterung ausgewiesen
Kompatibilität zur Zielversionjaja, anhand der Versionsangaben in den Composer-Daten; Apps werden zur manuellen Prüfung markiert
Was du als Nächstes tustAuswahl, welche Erweiterungen deaktiviert werdenRisikoampel und konkreter nächster Schritt zu jedem Befund
Bericht zum Weitergebenlaut Anleitung nicht beschriebenkopierbarer Wartungsbericht für Agentur, Entwickler oder Support
← Tabelle seitlich scrollen →

Wichtig ist, was die Erweiterung nicht tut: Sie aktualisiert nichts selbst und ersetzt kein Testsystem. Sie liefert die Entscheidungsgrundlage vor dem Wartungsfenster. Der Test auf der Kopie bleibt nötig, wird durch den Bericht aber gezielter, weil du weißt, wo du genauer hinschauen musst.

Den Update Preflight Report findest du im Shopware Store, mit Beschreibung, Screenshots und Lizenz.

Testsystem: das Update vorher auf einer Kopie durchspielen

Schritt 4 ist der Probelauf. Du brauchst eine Kopie des Live-Shops mit Dateien und Datenbank auf einer getrennten Umgebung, für Suchmaschinen gesperrt. Stell sicher, dass von dort keine Mails an echte Kunden rausgehen und Zahlarten im Testmodus laufen. Dann spielst du das Update auf genau dem Weg ein, den du später auch im Live-Shop nutzt, mit denselben Versionen aller Erweiterungen.

Prüfliste für das Testsystem

  • Bestellung: Ein kompletter Kauf von der Produktseite über Warenkorb und Checkout bis zur Bestellbestätigung, als Gast und mit Kundenkonto.
  • Zahlung: Jede angebotene Zahlart im Testmodus, auch Rückleitung vom Zahlungsanbieter und Zahlungsstatus in der Bestellung.
  • Versand und Mails: Versandarten und Versandkosten, Bestellbestätigung, Versandbestätigung und Dokumente wie die Rechnung.
  • Theme: Startseite, Kategorie, Produktseite und Checkout am Desktop und am Smartphone, besonders die Stellen mit Template-Anpassungen.
  • Suche: Suchergebnisse, Vorschläge und Filter in Kategorien.
  • Administration: Bestellung öffnen und bearbeiten, Produkt speichern, Einstellungen der Erweiterungen aufrufen.
  • Schnittstellen: Abgleich mit Warenwirtschaft, Marktplätzen oder Versanddienstleistern, soweit sie sich testen lassen.

Halte fest, was du geprüft hast und was dabei aufgefallen ist. Jede Abweichung landet zurück in der Inventur, mit einer Entscheidung: Hersteller fragen, Erweiterung ersetzen oder Anpassung nachziehen. Erst wenn die Prüfliste sauber durchläuft, ist der Live-Shop dran.

Backup und Rückweg: vorher festlegen, wann du zurückgehst

Schritt 5 ist deine Versicherung. Die Shopware-Anleitung empfiehlt eine Testumgebung und weist darauf hin, dass Shopware selbst keine Backups erstellt. Die Sicherung ist also deine Aufgabe. Ich rate dir, auch mit Testsystem unmittelbar vor dem Update eine vollständige Sicherung von Datenbank und Dateien anzulegen, inklusive Medien und Konfiguration, und sie außerhalb des Servers abzulegen. Ob ein Backup taugt, zeigt erst die Wiederherstellung. Spiel sie deshalb einmal auf dem Testsystem durch.

Das Entscheidungskriterium für den Rückweg

Die Frage, ob du zurückgehst, beantwortest du vor dem Update und nicht mitten im Stress danach. Leg ein Zeitfenster fest, etwa eine Stunde, und Bedingungen, bei denen du den alten Stand zurückspielst, wenn die Ursache in diesem Fenster nicht gefunden ist:

  • Eine Bestellung lässt sich nicht abschließen.
  • Eine wichtige Zahlart fällt aus.
  • Bestellmails gehen nicht raus.
  • Die Administration lässt sich nicht mehr bedienen.

Ein verrutschtes Element im Footer ist dagegen kein Grund für den Rückweg, das korrigierst du im laufenden Betrieb. Bedenke außerdem: Bestellungen, die nach dem Backup eingehen, sind nach einer Wiederherstellung weg. Deshalb bleibt der Shop für Kunden geschlossen, bis die Nachkontrolle durch ist.

Update durchführen und nachkontrollieren

Mit Inventur, Probelauf und Backup ist Schritt 6 fast der unspektakulärste Teil. Offen ist nur noch der Weg.

Composer oder Admin-Updater?

Shopware empfiehlt in seiner Anleitung das Update über Composer, weil es stabiler läuft und keine Timeouts auftreten. Alternativ gibt es den Updater in der Administration unter Einstellungen > System > Shopware-Update. Er prüft vorab die Systemvoraussetzungen und die Kompatibilität der Erweiterungen und bietet dann drei Wege an: alle Erweiterungen deaktivieren, nur die inkompatiblen deaktivieren oder ohne Deaktivierung fortfahren. Bei der letzten Option nennt Shopware das Risiko ausdrücklich: Das Update kann abbrechen oder der Shop danach nicht erreichbar sein.

Meine Einordnung: Wird der Shop ohnehin über Composer verwaltet, bleib bei Composer und misch die Wege nicht. Nutzt du den Admin-Updater, ist das Deaktivieren der inkompatiblen Erweiterungen das Minimum. Ohne Deaktivierung fortzufahren, ergibt nur Sinn, wenn du genau weißt, warum das Risiko in deinem Fall nicht greift. Beim Composer-Weg gehören laut Anleitung vorbereitende und abschließende Befehle dazu, die unter anderem die Datenbank auf den neuen Stand bringen. Halte dich dabei genau an die Reihenfolge der Anleitung.

Ablauf am Update-Tag

  1. 1

    Zeitfenster wählen

    Nimm eine Zeit mit wenig Bestellungen und sag allen Beteiligten Bescheid, auch Kundenservice und Lager.

  2. 2

    Frisches Backup anlegen

    Datenbank und Dateien sichern, außerhalb des Servers ablegen und prüfen, ob die Sicherung vollständig ist.

  3. 3

    Shop für Kunden schließen

    Über den Wartungsmodus des Verkaufskanals. Trag dort deine eigene IP-Adresse als Ausnahme ein, dann kannst du selbst weiter testen. So gehen während des Updates keine Bestellungen ein, die ein Rückweg wieder löschen würde.

  4. 4

    Erweiterungen vorbereiten

    Erweiterungen laut Inventur aktualisieren oder deaktivieren, bei einer neuen Hauptversion alle.

  5. 5

    Shopware aktualisieren

    Auf demselben Weg wie im Testsystem, mit denselben Versionen.

  6. 6

    Erweiterungen einzeln aktivieren

    In der kompatiblen Version, eine nach der anderen. Fällt etwas aus, weißt du sofort, welche Erweiterung es war.

  7. 7

    Nachkontrolle, dann öffnen

    Erst wenn die Nachkontrolle sauber ist, geht der Shop wieder online. Sonst greift dein Rückweg-Kriterium.

Typische Stolperstellen beim Shopware-Update

  • Andere Versionen als im Test: Zwischen Probelauf und Update-Tag ist eine Erweiterung neu erschienen und wird live in einer ungetesteten Version eingespielt.
  • Composer und Admin gemischt: Ein Teil der Erweiterungen kommt über Composer, ein Teil per Upload. Die Stände laufen auseinander.
  • Kein Zugriff auf Updates: Die Erweiterung ist auf ein fremdes Konto registriert oder die Lizenz deckt keine neuen Versionen ab.
  • Abbruch im Admin-Updater: Bei großen Shops oder knapp eingestellten Servern kann der Updater in der Administration an Zeitlimits scheitern.
  • Vergessene Eigenentwicklung: Ein kleines Plugin vom früheren Dienstleister steht nicht in der Inventur und fällt erst im Live-Shop auf.

Nachkontrolle nach dem Update

Schritt 7 schließt den Ablauf ab. Leere den Cache, etwa mit bin/console cache:clear, und kompiliere das Theme neu mit bin/console theme:compile. Viele scheinbare Fehler direkt nach einem Update sind nur alte Zwischenstände. Danach folgt eine echte Testbestellung mit einer echten Zahlart. Storniere sie anschließend und erstatte die Zahlung beim Zahlungsanbieter, denn eine Stornierung im Shop allein erstattet nichts. Prüf die Bestellmails, schau in die Logdateien des Shops, in der Regel unter var/log, nach neuen Fehlern und kontrolliere, ob Hintergrundaufgaben und Schnittstellen weiterlaufen. Den Blick in die Logs wiederholst du am nächsten Tag, weil manche Fehler erst mit echtem Betrieb auftauchen.

Ein Beispiel: ein Shop mit 25 Erweiterungen

Beispiel: Update auf eine neue Hauptversion

Angenommen, ein Shop mit 25 Erweiterungen soll auf die nächste Hauptversion wechseln. Die Inventur ergibt: 17 Erweiterungen aus dem Store haben eine Version für die Zielversion, bei drei weiteren fehlt die Angabe. Dazu kommen eine Eigenentwicklung eines früheren Dienstleisters, ein Theme mit angepassten Templates auf Produktseite und im Checkout, zwei deaktivierte Plugins, die niemand mehr nutzt, und eine Erweiterung, die einmal in custom/plugins und einmal über Composer installiert ist.

Der Shopbetreiber löscht die zwei ungenutzten Plugins und entfernt die doppelte Kopie. Bei den drei unklaren Erweiterungen fragt er die Hersteller: Zwei liefern eine passende Version, für die dritte sucht er einen Ersatz. Die Eigenentwicklung lässt er auf die Zielversion anpassen. Im Testsystem fällt auf, dass ein überschriebenes Template im Checkout einen Hinweistext doppelt zeigt. Das wird korrigiert, die Prüfliste läuft danach sauber durch.

Am Update-Tag stehen Backup, Zeitfenster und Rückweg-Kriterium fest. Das Update läuft wie im Test, die Erweiterungen werden einzeln aktiviert, die Testbestellung klappt. Der Rückweg wird nicht gebraucht, aber er war vorbereitet.

Selbst machen oder begleiten lassen?

Bei einem Update innerhalb derselben Hauptversion und wenigen gepflegten Erweiterungen kommst du mit dieser Checkliste gut allein zurecht. Bei einer neuen Hauptversion, bei Eigenentwicklungen oder einem stark angepassten Theme lohnt sich Unterstützung, weil dort Anpassungen am Code anfallen. Als Shopware Agentur aus Münster begleite ich Updates von der Inventur bis zur Nachkontrolle und passe Erweiterungen und Templates an, wo es nötig ist. Was Updates und laufende Wartung im Gesamtbudget eines Shops ausmachen, steht im Ratgeber Shopware 6 Kosten.

Shopware-Update-Checkliste

Alle sieben Schritte zum Abhaken, mit Inventur-Tabelle für deine Erweiterungen und Feld für dein Rückweg-Kriterium, auf einer Seite zum Ausdrucken.

Jetzt herunterladen (PDF)

Häufige Fragen zum Shopware-Update

Wie oft sollte ich Shopware updaten?

Sicherheitskorrekturen so bald wie möglich, kleinere Versionen in einem festen Rhythmus. Kleine, regelmäßige Updates lassen sich leichter prüfen als viele auf einmal. Eine neue Hauptversion planst du als eigenes Vorhaben, sobald deine wichtigen Erweiterungen dafür bereitstehen.

Muss ich vor einem Shopware-Update alle Plugins deaktivieren?

Bei einer neuen Hauptversion ja, das schreibt die Shopware-Anleitung für Major-Updates vor. Bei kleineren Versionen bietet der Admin-Updater an, alle oder nur die inkompatiblen Erweiterungen zu deaktivieren. Inkompatible Erweiterungen solltest du in jedem Fall vorher deaktivieren oder aktualisieren.

Reicht der Kompatibilitätscheck im Shopware-Updater?

Als Grundcheck ja, als Vorbereitung nicht ganz. Er prüft Systemvoraussetzungen und Kompatibilität, läuft aber nur beim Update über die Administration. Abweichungen zwischen installiertem Stand und Composer-Daten und doppelte Installationen sind laut Shopware-Anleitung nicht Teil der Prüfung. Diese Punkte gehören deshalb vorher in die Inventur, von Hand oder mit dem Update Preflight Report.

Was tun, wenn nach dem Update der Shop nicht mehr läuft?

Zuerst Cache leeren und Theme neu kompilieren, dann in den Logdateien nach der Fehlermeldung suchen. Oft lässt sich so eine einzelne Erweiterung als Ursache finden und deaktivieren. Greift dein vorher festgelegtes Rückweg-Kriterium, spielst du das Backup zurück und suchst die Ursache in Ruhe auf dem Testsystem.

Composer oder Admin-Updater, was ist besser?

Shopware empfiehlt Composer, weil das Update damit stabiler und ohne Timeouts läuft. Der Admin-Updater ist bequemer und prüft vorab Systemvoraussetzungen und Kompatibilität der Erweiterungen. Wird dein Shop bereits über Composer verwaltet, bleib bei Composer.

Brauche ich für ein Update ein Testsystem?

Für eine neue Hauptversion unbedingt, für kleinere Versionen dringend empfohlen. Nur im Testsystem siehst du, ob Bestellung, Zahlung, Mails und Theme mit der neuen Version funktionieren, bevor Kunden es merken. Ohne Testsystem ist ein vollständiges Backup erst recht unverzichtbar.

Wie lange dauert ein Shopware 6 Update?

Das hängt vom Update-Typ, der Zahl der Erweiterungen und dem Anpassungsgrad des Shops ab. Das eigentliche Update ist oft der kürzeste Teil. Die meiste Zeit fließt in Inventur, Rückfragen bei Herstellern und den Probelauf auf dem Testsystem.

Die Inventur nicht von Hand machen?

Der Update Preflight Report erstellt den Bericht zu Schritt 2 und 3 direkt in deiner Administration: Risikoindikatoren je Erweiterung, Abweichungen zu den Composer-Daten und doppelte Installationen, mit dem nächsten Schritt zu jedem Befund. Das Update selbst spielst du weiter wie gewohnt ein. Lieber mit Begleitung? Dann schreib mir, welche Version läuft und wohin es gehen soll.

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Du planst ein Shopware-Update?

Schreib mir kurz, welche Shopware-Version gerade läuft, auf welche Version du willst und wie viele Erweiterungen installiert sind. Ich sage dir, wo die Risiken liegen und wie du das Update am sichersten angehst.

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