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Content Audit: Anleitung mit Bewertungsbogen

Content Audit Schritt für Schritt: Bestand erfassen, nach vier Dimensionen bewerten, jede Seite einem klaren Verdikt zuordnen. Mit Bewertungsbogen als PDF.

Website-Inhalte werden im Content Audit nach Performance, Aktualität und Substanz sortiert und bewertet
Inhaltsverzeichnis anzeigen
  1. Wann ein Content Audit fällig ist
  2. Bestandsaufnahme: erst zählen, dann urteilen
  3. Die Bewertungslogik: vier Dimensionen statt Bauchgefühl
  4. Die vier Verdikte und wann sie greifen
  5. Thin Content und Kannibalisierung sauber erkennen
  6. Nach dem Audit: Umsetzung in Wellen statt Großputz
  7. Wie oft ein Content Audit sinnvoll ist
  8. Häufige Fragen zum Content Audit

Dein Blog hat 120 Artikel, die Sichtbarkeit stagniert trotzdem, und niemand weiß, welche Seiten überhaupt noch etwas bringen. Genau an diesem Punkt hilft ein Content Audit. Es ist keine Fleißaufgabe mit hübscher Tabelle, sondern eine Entscheidungsmaschine: Am Ende jeder Zeile steht ein Verdikt, und das entscheidet, ob eine Seite bleibt, überarbeitet, zusammengeführt oder gelöscht wird.

Ich bin Nils Harder, seit über 20 Jahren in der Web- und Plugin-Entwicklung und seit 2018 zertifizierter Sistrix-Partner. Wenn ich für einen Kunden aus Münster oder dem Rest von NRW einen Bestand durchgehe, ziehe ich die Rohdaten aus der Google Search Console und gleiche sie mit den Sichtbarkeitsdaten aus Sistrix ab. Diese Anleitung zeigt dir denselben Ablauf, inklusive der Schwellen, ab denen ich eine Entscheidung treffe.

Das Wichtigste in Kürze
  • Ziel statt Sammelwut: Ein Content Audit ist erst dann fertig, wenn jede URL ein Verdikt hat. Daten ohne Entscheidung ändern nichts.
  • Vier Verdikte: behalten, überarbeiten, zusammenführen, löschen. Mehr Kategorien brauchst du nicht, weniger reichen nicht.
  • Vier Bewertungsdimensionen: Performance, Aktualität, Substanz und strategischer Wert. Kein Traffic bedeutet nicht automatisch wertlos.
  • Größter Hebel nach meiner Erfahrung: Seiten auf Position 5 bis 20. Dort holt eine Überarbeitung meist mehr heraus als ein neuer Artikel.
  • Thin Content messen: nicht an der Wortzahl, sondern an der Frage, ob die Suchintention vollständig beantwortet wird.
  • Nachmessen ist Pflicht: ohne Kontrolle nach vier bis acht Wochen war das Audit reine Beschäftigung.

Wann ein Content Audit fällig ist

Die meisten Websites brauchen kein Audit, weil jemand es in den Kalender geschrieben hat, sondern weil ein konkretes Signal auftaucht. Wenn du eines der folgenden Muster bei dir wiedererkennst, ist der Zeitpunkt da.

Was ein Content Audit ist

Ein Content Audit ist die systematische Bewertung aller bestehenden Inhalte einer Website nach Leistung, Aktualität, Substanz und strategischem Wert. Jede URL bekommt am Ende ein Verdikt: behalten, überarbeiten, zusammenführen oder löschen. Es geht dabei nicht um Technik, sondern ausschließlich um die Frage, ob ein Inhalt heute noch seine Aufgabe erfüllt.

Die fünf typischen Auslöser

  • Die Rankings sinken, obwohl du regelmäßig neue Artikel veröffentlichst. Neuer Content verdrängt dann oft den eigenen alten.
  • Ein Relaunch steht an. Wer den Bestand ungeprüft mitnimmt, schleppt jede Altlast in die neue Struktur.
  • Der Blog ist über Jahre gewachsen, ohne dass jemand die Struktur geplant hat. Themen liegen doppelt und dreifach vor.
  • Du vermutest Kannibalisierung: mehrere eigene Seiten konkurrieren um dasselbe Keyword, keine kommt richtig hoch.
  • Die KI-Suche zitiert deine Inhalte nicht, obwohl sie thematisch passen. Unklare, veraltete oder dünne Seiten werden dort selten als Quelle herangezogen.

Ein Content Audit ist der inhaltliche Teil einer größeren Bestandsaufnahme. Die technische Seite deckst du über ein systematisches SEO-Audit ab. Beides gehört zusammen, sollte aber nicht in einem Rutsch vermischt werden.

Bestandsaufnahme: erst zählen, dann urteilen

Bevor du irgendetwas bewertest, brauchst du eine vollständige Liste aller URLs. Vollständig heißt: auch die Seiten, an die sich niemand mehr erinnert. Genau dort sitzt in der Regel der Ballast.

Woher die Daten kommen

Ich starte immer bei der XML-Sitemap, weil sie zeigt, was die Website selbst für relevant hält. Danach kommt die Google Search Console mit Impressionen, Klicks und durchschnittlicher Position pro URL. Analytics liefert ergänzend Verweildauer und Einstiegsseiten. Bei kleineren Websites bis ein paar hundert Seiten reicht ein Crawl mit einem Tool wie Screaming Frog, um alles einzusammeln, was in der Sitemap fehlt.

Der Abgleich ist der eigentliche Erkenntnisgewinn: URLs, die in der Search Console oder in der Sitemap stehen, im Crawl aber nicht erreichbar sind, hängen ohne internen Link im Raum. Genau das sind die verwaisten Seiten. Umgekehrt sind URLs, die nur der Crawler findet und die in der Search Console über Monate keine einzige Impression sammeln, in der Regel gar nicht erst im Index gelandet.

Welche Spalten deine Tabelle braucht

  • URL
  • Titel der Seite
  • Veröffentlichungsdatum
  • Datum der letzten Aktualisierung
  • Wortzahl
  • Impressionen (letzte 3 bis 6 Monate)
  • Klicks (gleicher Zeitraum)
  • Durchschnittliche Position
  • Ziel-Keyword der Seite
  • Anzahl interner Links, die auf die Seite zeigen
  • Spalte für das Verdikt
  • Spalte für die Begründung in einem Satz

Die Begründungsspalte klingt nebensächlich, entscheidet aber darüber, ob das Audit in sechs Monaten noch nachvollziehbar ist. Unterschätzt wird auch die Spalte mit den internen Links: Eine Seite, auf die nichts verweist, bekommt kaum Relevanzsignale. Wie du das systematisch aufbaust, steht in der Anleitung zur internen Verlinkung. Für die Ziel-Keywords je Seite reichen kostenlose Keyword-Tools völlig aus.

Die Bewertungslogik: vier Dimensionen statt Bauchgefühl

Jetzt kommt der Teil, an dem die meisten Anleitungen aufhören. Sie sagen dir, du sollst bewerten, aber nicht, wonach. Ich nutze vier Dimensionen, und jede Seite bekommt in jeder Dimension ein einfaches Urteil: gut, mittel, schwach.

Vier Fragen, die jede Seite beantworten muss

Performance fragt: Bringt die Seite Impressionen und Klicks? Impressionen ohne Klicks heißen, dass Google sie zeigt, aber niemand klickt. Das ist ein Titel- und Snippet-Thema, kein Löschgrund.

Aktualität fragt: Stimmt der Inhalt noch? Bei Rechtslage, Tool-Funktionen oder Preisen altern Texte schnell, bei zeitlosen Grundlagen kaum. Ein Artikel von 2021 ist nicht per se veraltet.

Substanz fragt: Beantwortet die Seite die Frage vollständig, oder kratzt sie an der Oberfläche? Hier fließt auch ein, ob Erfahrung und Nachweisbarkeit erkennbar sind. Was dahintersteckt, steht in der praktischen Umsetzung von E-E-A-T.

Strategischer Wert fragt: Zahlt die Seite auf ein Geschäftsziel ein, auch wenn der Traffic klein ist? Eine Nischenseite mit 30 Besuchern im Monat kann wertvoller sein als ein Ratgeber mit 3.000, wenn diese 30 Menschen genau deine Kundschaft sind.

Diese vierte Dimension ist der Grund, warum reine Traffic-Audits daneben liegen. Eine Seite ohne Traffic ist nicht automatisch schlecht, sie ist nur noch nicht gut genug oder falsch verlinkt. Mein Umgang damit: strategischer Wert plus wenig Traffic bedeutet überarbeiten, nicht löschen.

Vom Bewertungsraster zu den vier Verdikten im Content AuditOben vier Bewertungsdimensionen: Performance, Aktualität, Substanz und strategischer Wert. Sie führen zu den vier möglichen Verdikten behalten, überarbeiten, zusammenführen und löschen, jeweils mit der Bedingung, unter der das Verdikt greift.Vier Dimensionen, vier VerdikteJede Zeile deiner Audit-Tabelle endet mit genau einer Entscheidung.PerformanceImpressionen, Klicks,PositionAktualitätStimmt der Inhaltheute noch?SubstanzAntwortet die Seitevollständig?Strategischer WertZahlt sie auf einGeschäftsziel ein?Bewertung pro URLBehaltenPerformt, ist aktuellund beantwortet dieFrage vollständig.Aktion: beobachten,nichts anfassen.ÜberarbeitenRankt auf Position 5bis 20 oder ist inhalt-lich veraltet.Hier liegt der größteHebel im Audit.ZusammenführenMehrere eigene Seitenkonkurrieren um dasgleiche Keyword.Inhalt in die stärkereURL, Rest per 301.LöschenKein Traffic, keinstrategischer Wert,kein Backlink.Immer mit 301 auf dienächstbeste Seite.Eine Seite ohne Traffic ist nicht automatisch schlecht.Erst der strategische Wert entscheidet zwischen überarbeiten und löschen.

Die vier Verdikte und wann sie greifen

Am Ende jeder Zeile steht genau eines von vier Verdikten. Keine Zwischenstufen, keine Vielleicht-Kategorie. Wer sich Ausweichkategorien erlaubt, verschiebt die Entscheidung nur.

VerdiktWann es greiftWas du konkret tustTypischer Fehler
BehaltenSeite rankt stabil in den Top 4, Inhalt aktuell, Substanz stimmtNichts. In die Beobachtungsliste, Prüfung beim nächsten AuditAus Aktionismus umschreiben und ein funktionierendes Ranking zerstören
ÜberarbeitenPosition 5 bis 20, oder Inhalt veraltet, oder Substanz fehlt bei relevantem ThemaInhalt ergänzen, gegen die aktuelle Suchintention prüfen, intern stärker verlinkenNur das Datum ändern und ein paar Sätze umstellen. Damit gewinnst du nichts, weil sich am Inhalt faktisch nichts ändert
ZusammenführenMehrere URLs konkurrieren um dasselbe KeywordStärkere URL wird Zielseite, Inhalt der schwächeren wandert hinein und wird per 301 weitergeleitetBeide Seiten stehen lassen und hoffen, dass sich das von selbst klärt
Löschen oder NoindexKein Traffic, kein strategischer Wert, kein Backlink, thematisch nicht mehr passend301 auf die nächstpassende Seite. Bei fehlendem Ziel: Noindex statt LöschenErsatzlos löschen und einen 404 hinterlassen
← Tabelle seitlich scrollen →

Warum Position 5 bis 20 in der Praxis oft der beste Hebel ist

Seiten in diesem Bereich hält Google thematisch bereits für passend, es fehlt nur der letzte Schritt. Eine Überarbeitung kostet einen Bruchteil der Zeit eines neuen Artikels und bewegt oft mehr. Deshalb sortiere ich die Tabelle im ersten Durchgang nach Position und arbeite dieses Fenster zuerst ab. Was aus einer überarbeiteten Seite werden soll, zeigt das Prinzip Cornerstone Content.

Seiten jenseits von Position 20 landen selten in der ersten Welle. Dort ist die Frage meist nicht, ob überarbeitet wird, sondern ob das Thema überhaupt zu deinem Angebot gehört. Wenn ja, gehört die Seite in eine spätere Welle. Wenn nein, in die Zusammenführung.

Häufiger Fehler

Löschen ohne Weiterleitung. Jede gelöschte URL, auf die noch ein Link zeigt, wird zum 404 und verbrennt Signale, die du dir über Jahre aufgebaut hast. Setze immer eine 301 auf die thematisch nächstliegende Seite. Gibt es keine passende, ist Noindex die bessere Wahl. Wichtig ist dabei die thematische Nähe: Wer eine gelöschte Seite pauschal auf die Startseite leitet, bekommt von Google einen Soft-404 zurück und gewinnt nichts. Prüfe vor jeder Löschung außerdem, ob externe Links auf die Seite verweisen.

Thin Content und Kannibalisierung sauber erkennen

Zwei Befunde tauchen in jedem Audit auf. Beide werden regelmäßig falsch gemessen.

Haftnotizen werden in vier getrennte Spalten sortiert, sinnbildlich für die vier Verdikte im Content Audit
Am Ende landet jede URL in genau einer Spalte. Ein Audit ohne diese Zuordnung ist eine Datensammlung, keine Entscheidung.

Thin Content hat nichts mit der Wortzahl zu tun

Die verbreitetste Fehlannahme ist, dass alles unter 800 Wörtern dünn sei. Die richtige Frage lautet: Beantwortet die Seite die Suchintention vollständig? 600 Wörter zu einer eng umrissenen Frage können vollständig sein, 2.000 Wörter, die um das Thema herumreden, sind trotzdem dünn.

Mein Test: Ich lese den Text und notiere die Fragen, die danach offen bleiben. Bleiben mehr als zwei relevante Fragen offen, ist die Seite dünn. Bleibt keine offen, ist sie fertig, egal wie kurz sie ist.

Kannibalisierung findest du in der Search Console

Der zuverlässigste Weg führt über den Leistungsbericht. Filtere auf eine Suchanfrage und schau, welche Seiten dafür ausgespielt werden. Tauchen mehrere eigene URLs auf, wechseln sich die Rankings ab und kommt keine davon richtig hoch, hast du deinen Fall.

Die Antwort darauf ist selten das Löschen, sondern das Zusammenführen zu einem starken Beitrag plus eine saubere Struktur drumherum. Wie du ein Thema auf mehrere Seiten verteilst, ohne dass sie sich im Weg stehen, zeigt der Artikel zum Aufbau von Topic Clustern.

Aus der Praxis

Ich fange ein Audit nie mit dem Lesen der Texte an, sondern mit den Zahlen. Erst wenn eine Seite in den Daten auffällt, öffne ich sie. Andersherum verlierst du bei 150 URLs nach dem dritten Artikel den Maßstab und bewertest ab da nach Tagesform. Die Zahlen sortieren vor, das Urteil triffst du trotzdem selbst.

Nach dem Audit: Umsetzung in Wellen statt Großputz

Ein fertiges Audit ist ein Arbeitsvorrat, kein Ergebnis. Der häufigste Grund, warum Audits versanden, ist der Versuch, alles auf einmal zu erledigen.

  1. Bestand erfassen: Alle URLs sammeln aus Sitemap, Search Console und Crawl, Tabelle mit den Datenpunkten füllen.
  2. Daten anreichern: Impressionen, Klicks, Position und interne Links pro URL eintragen.
  3. Bewerten: Jede Zeile in den vier Dimensionen einordnen, Auffälligkeiten im Text gegenprüfen.
  4. Verdikt setzen: Genau eines der vier Verdikte pro URL, dazu eine Begründung in einem Satz.
  5. Priorisieren: Nach Aufwand zu Wirkung sortieren. Erste Welle sind die Seiten auf Position 5 bis 20 und die klaren Zusammenführungen.
  6. Umsetzen: In Wellen von 10 bis 15 Seiten arbeiten, nicht am gesamten Bestand gleichzeitig.
  7. Nachmessen: Nach 4 bis 8 Wochen Positionen und Klicks der bearbeiteten URLs mit dem Ausgangsstand vergleichen.

Die Nachmessung lassen fast alle aus. Ohne sie weißt du nicht, ob die Überarbeitungen gewirkt haben, und wiederholst dieselben Handgriffe im Blindflug. Notiere vor jeder Welle den Ausgangsstand der betroffenen URLs.

Wie oft ein Content Audit sinnvoll ist

Als Rhythmus reicht einmal jährlich. Bei einem stark wachsenden Blog mit mehreren Beiträgen im Monat gehe ich auf halbjährlich, weil sich Kannibalisierung sonst unbemerkt aufbaut. Zusätzlich immer dann, wenn einer der Auslöser aus dem ersten Abschnitt eintritt.

Zwischen den großen Durchläufen hilft ein Reflex: Vor jedem neuen Artikel kurz prüfen, ob es zum Thema schon eine Seite gibt. Diese Minute verhindert die meisten Kannibalisierungsfälle, bevor sie entstehen. Den Rest übernehme ich für Kunden im Rahmen der laufenden Suchmaschinenoptimierung.

Der Bewertungsbogen zum Download

Die vier Bewertungsdimensionen, die Verdikt-Regeln und alle Spalten, die deine Audit-Tabelle braucht, kompakt auf einer Seite im Druckformat.

Jetzt herunterladen (PDF)

Häufige Fragen zum Content Audit

Wie oft sollte man ein Content Audit machen?

Einmal jährlich ist ein guter Rhythmus für die meisten Websites. Bei einem Blog, der monatlich mehrere Artikel veröffentlicht, ist ein halbjährlicher Durchlauf sinnvoller, weil sich doppelte Themen sonst unbemerkt ansammeln. Zusätzlich immer vor einem Relaunch und bei anhaltend sinkenden Rankings.

Ab wann gilt ein Text als Thin Content?

Nicht ab einer bestimmten Wortzahl. Entscheidend ist, ob die Seite die Suchintention vollständig beantwortet. Ein kurzer Text zu einer eng gestellten Frage kann vollständig sein, während ein langer Text ohne konkrete Antworten dünn bleibt. Praxistest: Notiere nach dem Lesen die offenen Fragen. Bleiben mehr als zwei relevante Fragen offen, fehlt Substanz.

Sollte man alte Blogartikel löschen?

Nur wenn drei Bedingungen zusammenkommen: kein Traffic, kein strategischer Wert und keine eingehenden Links. Trifft eines davon nicht zu, ist Überarbeiten oder Zusammenführen die bessere Wahl. Und wenn gelöscht wird, dann immer mit einer 301-Weiterleitung auf die thematisch nächstliegende Seite statt mit einem 404. Gibt es keine passende Zielseite, ist Noindex statt Löschen die bessere Wahl.

Welche Tools braucht man für ein Content Audit?

Im Minimum reichen die Google Search Console für Impressionen, Klicks und Positionen sowie eine Tabellenkalkulation. Ein Crawler wie Screaming Frog hilft, verwaiste Seiten zu finden. Google Analytics ergänzt Verhaltensdaten, ein Sichtbarkeitstool wie Sistrix liefert den Blick auf Ranking-Entwicklung und Wettbewerb. Notwendig ist davon nur das erste Paar.

Wie lange dauert ein Content Audit?

Die Datensammlung ist bei bis zu 100 URLs an einem Arbeitstag machbar. Die Bewertung braucht länger, weil auffällige Seiten gelesen werden müssen. Die Umsetzung der Verdikte ist der längste Teil. Plane das Audit in Tagen, die Umsetzung in Monaten.

Was ist der Unterschied zwischen Content Audit und SEO-Audit?

Ein Content Audit bewertet die Inhalte: Substanz, Aktualität, Suchintention, Kannibalisierung. Ein SEO-Audit schaut zusätzlich auf Technik und Struktur, also Indexierung, Ladezeit, Crawlbarkeit, Weiterleitungen und Seitenarchitektur. Beide greifen ineinander, sollten aber nacheinander laufen.

Der Unterschied zwischen einem Audit, das etwas bewegt, und einer Tabelle, die niemand mehr öffnet, liegt in der Konsequenz. Wer jeder URL genau eines der vier Verdikte gibt, hat am Ende einen Arbeitsplan statt einer Sammlung von Beobachtungen. Und wenn du beim Bewerten unsicher wirst: entscheide zugunsten des Überarbeitens. Löschen ist die einzige der vier Optionen, die sich nur mit Aufwand rückgängig machen lässt.

Zu viele Seiten, zu wenig Wirkung?

Wenn du deinen Bestand nicht selbst Zeile für Zeile durchgehen willst: Ich schaue mir an, welche Inhalte tragen, welche zusammengehören und welche gehen dürfen, und liefere den Arbeitsplan gleich mit. Erzähl mir kurz, wie deine Website gewachsen ist.

Sollen zusätzlich Technik, Indexierung und Struktur auf den Prüfstand, ist das SEO-Audit der passende Rahmen. Das Content Audit ist dann ein Baustein davon.

Bestand gemeinsam durchgehen