Negative Keywords in Google Ads richtig einsetzen
Negative Keywords schützen dein Google-Ads-Budget vor Fehlklicks. So nutzt du Match-Types, Listen und eine fertige Starter-Negativliste richtig.

Inhaltsverzeichnis anzeigen
- Was negative Keywords sind, und was sie nicht können
- Die drei Match-Types bei negativen Keywords
- Drei Ebenen: Anzeigengruppe, Kampagne oder Negativliste
- Der Suchbegriffsbericht ist deine Goldgrube
- Negative Keywords bei Performance Max und Smart-Kampagnen
- Starter-Negativliste zum Kopieren
- Die häufigsten Fehler beim Pflegen der Negativliste
- Häufig gestellte Fragen zu negativen Keywords
- Was sind negative Keywords bei Google Ads?
- Wie schließe ich Suchbegriffe in Google Ads aus?
- Warum greifen meine negativen Keywords nicht?
- Was ist der Unterschied zwischen einer Negativliste und einzelnen Ausschlüssen?
- Wie oft sollte ich negative Keywords pflegen?
- Funktionieren negative Keywords auch bei Performance Max?
Du schaust in deinen Suchbegriffsbericht und siehst, wofür Google dein Geld ausgegeben hat: „kostenlos", „jobs", „selber machen", „gebraucht". Lauter Klicks von Leuten, die nie bei dir kaufen wollten. Genau hier setzen negative Keywords in Google Ads an. Sie sind der einfachste und zugleich am häufigsten vernachlässigte Hebel, um Streuverluste zu stoppen und dein Budget auf die Suchanfragen zu lenken, die wirklich zu dir passen.
Ich betreue Google-Ads-Konten für B2B-Mittelständler in Münster und darüber hinaus. Was ich dabei immer wieder sehe: Die positiven Keywords werden penibel recherchiert, die Negativliste dagegen bleibt halbleer oder wird nie gepflegt. Dabei entscheidet oft gerade sie darüber, ob eine Kampagne profitabel läuft oder still Budget verbrennt. In diesem Artikel zeige ich dir, wie negative Keywords wirklich funktionieren, wo die typischen Denkfehler liegen und wie du eine Negativliste aufbaust, die dauerhaft trägt.
- Negative Keywords schließen Suchbegriffe aus, für die deine Anzeige nicht erscheinen soll. Sie sparen Budget und heben die Relevanz deiner Kampagne.
- Negative Match-Types verhalten sich anders als positive. Sie matchen keine Tippfehler, Pluralformen oder Synonyme. Das ist der wichtigste Unterschied, den die meisten übersehen.
- Drei Ebenen stehen dir offen: Anzeigengruppe, Kampagne und kontoweite Negativliste. Jede hat ihren eigenen Zweck.
- Der Suchbegriffsbericht ist deine wichtigste Quelle. Hier siehst du, wofür wirklich geklickt wurde, nicht nur, worauf du bietest.
- Auch Performance Max und Smart-Kampagnen lassen sich heute über negative Keywords sauberer steuern als früher.
- Eine fertige Starter-Negativliste zum Kopieren findest du weiter unten im Artikel.
Was negative Keywords sind, und was sie nicht können
Ein negatives Keyword, im Google-Ads-Interface „auszuschließendes Keyword", ist ein Wort oder eine Wortgruppe, bei deren Vorkommen deine Anzeige bewusst nicht ausgespielt wird. Bietest du auf „Bürostühle", möchtest aber keine Schnäppchenjäger, schließt du „kostenlos" und „gebraucht" aus. Sucht jemand nach „gebrauchte Bürostühle", taucht deine Anzeige nicht mehr auf, und du zahlst keinen Cent für einen Klick, der ohnehin nichts gebracht hätte.
So weit die einfache Seite. Die wichtigere Erkenntnis ist, was negative Keywords nicht tun: Sie matchen, anders als deine normalen Keywords, keine sogenannten Close Variants. Schließt du „schuh" aus, blockiert Google deshalb nicht automatisch „schuhe", „schue" oder „sneaker". Bei positiven Keywords erkennt Google Pluralformen, Tippfehler und sinnverwandte Begriffe von selbst. Bei negativen Keywords passiert das nicht. Du musst die relevanten Schreibweisen und Formen selbst abdecken. Wer das nicht weiß, baut eine Negativliste, die sich vollständig anfühlt, in Wahrheit aber löchrig ist.
Die drei Match-Types bei negativen Keywords
Genau wie positive Keywords kennen auch negative drei Übereinstimmungstypen. Sie heißen gleich, verhalten sich aber strenger, weil eben keine Varianten mitgreifen. Bevor du eine Liste pflegst, solltest du genau verstehen, was jeder Typ blockiert und was er durchlässt.
Die folgende Tabelle fasst die drei Typen noch einmal kompakt zusammen, damit du beim Anlegen den richtigen Typ wählst:
| Match-Type | Schreibweise | Was wird blockiert |
|---|---|---|
| Weitgehend passend | günstige schuhe | Suchanfragen, die beide Wörter enthalten, in beliebiger Reihenfolge und mit Zusatzwörtern |
| Passende Wortgruppe | "günstige schuhe" | Suchanfragen, die die Wortgruppe in genau dieser Reihenfolge enthalten |
| Genau passend | [günstige schuhe] | Nur die exakte Suchanfrage, ohne jedes Zusatzwort |
Mein Erfahrungswert aus der Praxis: Für die meisten Ausschlüsse ist die passende Wortgruppe die beste Wahl. Weitgehend passend kann ungewollt zu viel blockieren, wenn ein harmloses Wort wie „test" plötzlich auch „Testsieger Bürostuhl" mitnimmt. Genau passend ist dagegen oft zu eng, weil schon ein angehängtes Wort den Ausschluss aushebelt. Wer im Zweifel ist, fährt mit der Wortgruppe sicher.
Drei Ebenen: Anzeigengruppe, Kampagne oder Negativliste
Negative Keywords kannst du auf drei Ebenen hinterlegen, und die Wahl der Ebene ist keine Formsache. Sie entscheidet darüber, wie weit ein Ausschluss greift und wie pflegbar dein Konto bleibt.
Auf Anzeigengruppen-Ebene grenzt du fein ab. Das ist nützlich, wenn du innerhalb einer Kampagne verhindern willst, dass eine Anzeigengruppe für Begriffe einer anderen erscheint. Klassiker: Du hast je eine Gruppe für „Laufschuhe" und „Wanderschuhe" und schließt über Kreuz aus, damit jede Gruppe nur ihre Suchanfragen bekommt.
Auf Kampagnen-Ebene gelten Ausschlüsse für alle Anzeigengruppen der Kampagne. Hier landen Begriffe, die für die gesamte Kampagne irrelevant sind, etwa eine Produktlinie, die du in dieser Kampagne nicht bewirbst.
Die Negativliste, von Google „Liste mit auszuschließenden Keywords" genannt, ist die eleganteste Variante für alles Grundsätzliche. Du pflegst eine Liste einmal und weist sie mehreren Kampagnen zu. Ändert sich etwas, passt du nur die Liste an, und die Änderung greift überall. Genau dafür ist die Starter-Liste weiter unten gedacht.
Generelle Ausschlüsse, die für dein ganzes Konto gelten (Jobsuchende, Gratis-Sucher, Bastler), gehören in eine kontoweite Negativliste. Kampagnen- oder produktspezifische Ausschlüsse setzt du auf Kampagnen-Ebene. Die Anzeigengruppen-Ebene nutzt du nur für die feine Abgrenzung über Kreuz.
Der Suchbegriffsbericht ist deine Goldgrube
Eine Negativliste am Schreibtisch zu erfinden, bringt dich nur bis zu den offensichtlichen Begriffen. Die wertvollen Ausschlüsse findest du erst, wenn echte Suchanfragen reingelaufen sind. Genau dafür gibt es den Suchbegriffsbericht: Er zeigt dir die tatsächlichen Suchanfragen, für die deine Anzeigen erschienen sind, nicht nur die Keywords, auf die du bietest. Das ist ein gewaltiger Unterschied, denn gerade bei weitgehend passenden Keywords landest du oft bei Suchanfragen, die du nie erwartet hättest.
- 1
Suchbegriffsbericht öffnen
In Google Ads unter „Statistiken und Berichte" zum Suchbegriffsbericht wechseln, alternativ direkt aus einer Anzeigengruppe heraus. Wähle einen Zeitraum mit genug Daten, idealerweise die letzten 30 bis 90 Tage.
- 2
Nach irrelevanten Mustern filtern
Geh die Liste durch und markiere Suchanfragen, die nichts mit deinem Angebot zu tun haben. Achte auf wiederkehrende Muster wie „kostenlos", „gebraucht", „jobs", „erfahrungen" oder Konkurrenz- und Markennamen, die du nicht bedienen willst.
- 3
Begriff oder Muster ausschließen
Schließe nicht nur die einzelne Suchanfrage aus, sondern das auslösende Wort. Statt „bürostuhl gebraucht kaufen münster" exakt zu sperren, reicht meist „gebraucht" als passende Wortgruppe, um die ganze Kategorie abzudecken.
- 4
Richtige Ebene wählen
Entscheide pro Ausschluss, ob er kontoweit gilt (rein in die Negativliste) oder nur für eine Kampagne. Wiederkehrende Muster gehören in die Liste, Einzelfälle auf Kampagnen-Ebene.
- 5
Regelmäßig wiederholen
Der Suchbegriffsbericht ist keine Einmal-Aufgabe. Bei aktiven Kampagnen lohnt ein Blick alle ein bis zwei Wochen, bei kleineren Budgets monatlich. So bleibt die Negativliste lebendig statt zu veralten.
Dieser Rhythmus ist der eigentliche Kern guter Kampagnenpflege. Eine Kampagne ist nie „fertig". Wer den Suchbegriffsbericht ignoriert, zahlt Monat für Monat für dieselben sinnlosen Klicks. Wer ihn pflegt, macht jede Woche ein Stück weniger Streuverlust. Mehr typische Stolpersteine im Konto findest du in meinem Beitrag zu den häufigsten Google-Ads-Fehlern.

Negative Keywords bei Performance Max und Smart-Kampagnen
Lange war das Setzen negativer Keywords vor allem ein Thema der klassischen Suchkampagne. Bei Performance Max war es zeitweise nur über Umwege möglich. Das hat sich geändert: Heute kannst du auch in Performance-Max-Kampagnen negative Keywords direkt im Konto pflegen, und bei kontoweiten Negativlisten gilt der Ausschluss ohnehin kanalübergreifend.
Gerade bei automatisierten Kampagnentypen sind Negativlisten wichtiger, nicht unwichtiger. Weil du dort nicht jede einzelne Auktion steuerst, sind Ausschlüsse eine deiner wenigen harten Leitplanken gegen Streuverlust. Marken-Ausschlüsse und eine saubere Grund-Negativliste verhindern, dass der Algorithmus Budget in Suchanfragen steckt, die nie zu einem Geschäft führen. Mein Rat: Behandle die kontoweite Negativliste als Fundament, das unter allen Kampagnentypen liegt, egal ob klassische Suche, Shopping oder Performance Max.
Starter-Negativliste zum Kopieren
Damit du nicht bei null anfängst, hier eine generische Starter-Negativliste, die in fast jedem deutschsprachigen Konto Sinn ergibt. Sie deckt die vier häufigsten Gruppen von Fehlklicks ab. Übernimm die Begriffe als passende Wortgruppe in eine kontoweite Negativliste und ergänze sie um deine branchenspezifischen Ausschlüsse. Prüfe vor dem Einsatz kurz, ob ein Begriff in deinem Fall doch relevant sein könnte.
Gratis- und Schnäppchen-Sucher
- kostenlos
- gratis
- umsonst
- free
- günstig
- billig
- gebraucht
- second hand
Jobsuchende statt Kunden
- job
- jobs
- stellenangebote
- ausbildung
- praktikum
- gehalt
- karriere
Information statt Kaufabsicht
- was ist
- bedeutung
- definition
- wikipedia
- erklärung
- youtube
- forum
Selbermacher und Reparatur
- selber machen
- selbst bauen
- diy
- anleitung
- reparieren
- reparatur
- kostenlose vorlage
Wichtig bleibt die Eigenheit von oben: Diese Begriffe matchen keine Varianten. Wenn in deiner Branche „jobsuche" oder „kostenfrei" relevant auftauchen, gehören sie zusätzlich rein. Die Starter-Liste ist ein Fundament, kein Ersatz für den regelmäßigen Blick in den Suchbegriffsbericht.
Die häufigsten Fehler beim Pflegen der Negativliste
Eine Negativliste kann auch zu viel des Guten sein. Diese Stolpersteine sehe ich in der Praxis am häufigsten:
✅ So machst du es richtig
- Negativliste regelmäßig aus dem Suchbegriffsbericht füttern
- Im Zweifel die passende Wortgruppe statt weitgehend passend nutzen
- Generelle Ausschlüsse kontoweit, Spezielles auf Kampagnen-Ebene
- Vor jedem Ausschluss kurz prüfen, ob er nicht doch wertvolle Klicks kostet
⚠️ Das geht schief
- Zu breite Ausschlüsse, die ungewollt gute Suchanfragen blockieren
- Nur einzelne Suchanfragen exakt sperren, statt das Muster zu treffen
- Negativliste einmal anlegen und dann nie wieder anfassen
- Vergessen, dass keine Pluralformen und Tippfehler mitgreifen
Der gefährlichste Fehler ist der zu breite Ausschluss. Ein klassisches Beispiel: „kostenlos" weitgehend passend ausgeschlossen, und schon blockierst du unbemerkt auch Suchanfragen wie „kostenlose Erstberatung", in manchen Branchen ein echtes Kaufsignal. Deshalb prüfe ich jeden generischen Ausschluss zweimal, gerade bei weitgehend passend. Ein gutes Wort am falschen Platz kostet dich Anfragen, ohne dass du es im Bericht sofort siehst, weil die Anzeige eben gar nicht erst erscheint.
Häufig gestellte Fragen zu negativen Keywords
Was sind negative Keywords bei Google Ads?
Negative Keywords, im Interface „auszuschließende Keywords", sind Wörter oder Wortgruppen, bei deren Vorkommen in einer Suchanfrage deine Anzeige bewusst nicht ausgespielt wird. Sie verhindern, dass du für irrelevante Klicks zahlst, und lenken dein Budget auf die Suchanfragen, die wirklich zu deinem Angebot passen.
Wie schließe ich Suchbegriffe in Google Ads aus?
Du öffnest den Suchbegriffsbericht, markierst irrelevante Suchanfragen und fügst das auslösende Wort als negatives Keyword hinzu. Wähle dabei die passende Ebene: kontoweite Negativliste für generelle Ausschlüsse, Kampagnen-Ebene für kampagnenspezifische und Anzeigengruppen-Ebene für feine Abgrenzungen. Als Match-Type ist die passende Wortgruppe in den meisten Fällen die sicherste Wahl.
Warum greifen meine negativen Keywords nicht?
Der häufigste Grund: Negative Keywords matchen keine Close Variants. Anders als positive Keywords erkennen sie keine Pluralformen, Tippfehler oder Synonyme. Schließt du „schuh" aus, blockiert das nicht „schuhe" oder „sneaker". Du musst die relevanten Schreibweisen und Wortformen einzeln abdecken. Ein zweiter Grund kann eine zu enge Match-Type-Wahl sein, etwa genau passend, das schon bei einem Zusatzwort nicht mehr greift.
Was ist der Unterschied zwischen einer Negativliste und einzelnen Ausschlüssen?
Eine Negativliste, also eine „Liste mit auszuschließenden Keywords", pflegst du einmal zentral und weist sie mehreren Kampagnen zu. Änderst du die Liste, greift das überall. Einzelne Ausschlüsse auf Kampagnen- oder Anzeigengruppen-Ebene gelten dagegen nur lokal. Für grundsätzliche Ausschlüsse ist die Liste pflegeleichter, für Spezialfälle sind lokale Ausschlüsse besser.
Wie oft sollte ich negative Keywords pflegen?
Bei aktiven Kampagnen mit nennenswertem Budget lohnt ein Blick in den Suchbegriffsbericht alle ein bis zwei Wochen. Bei kleineren Budgets reicht meist ein monatlicher Rhythmus. Wichtig ist die Regelmäßigkeit: Eine Negativliste, die nie aktualisiert wird, lässt Monat für Monat dieselben Streuverluste durch.
Funktionieren negative Keywords auch bei Performance Max?
Ja. Inzwischen lassen sich negative Keywords auch in Performance-Max-Kampagnen direkt pflegen, und kontoweite Negativlisten wirken ohnehin kanalübergreifend. Gerade bei automatisierten Kampagnentypen sind Ausschlüsse besonders wichtig, weil sie eine der wenigen harten Leitplanken gegen Streuverlust sind.
Negative Keywords sind kein Nebenschauplatz, sondern eine der wenigen Stellschrauben, die jeden Euro deines Budgets direkt betreffen. Wer die Match-Types versteht, die richtige Ebene wählt und den Suchbegriffsbericht zur Gewohnheit macht, baut sich eine Negativliste, die mit jeder Woche besser wird. Das ist kein einmaliges Projekt, sondern eine Haltung zur Kampagnenpflege, und genau diese Haltung trennt am Ende profitable Konten von solchen, die nur Geld ausgeben. Wenn du tiefer einsteigen willst, lohnt der Blick darauf, wie negative Keywords mit deinem Google-Ads-Budget zusammenspielen und wie ich als Google Ads Freelancer Konten dauerhaft sauber halte.



