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Mindermengenzuschlag und Mindestbestellwert im JTL-Shop

Mindestbestellwert im JTL-Shop je Kundengruppe einrichten, Mindermengenzuschlag statt Sperre nutzen und sauber ausweisen. Manueller Weg, Plugin, Checkliste.

Mindermengenzuschlag und Mindestbestellwert im JTL-Shop, Blog-Header von inventivo mit JTL-Shop-Logo
Inhaltsverzeichnis anzeigen
  1. Sperre, Zuschlag oder höhere Versandkosten?
  2. Wie hoch Grenze und Zuschlag sein sollten
  3. Was JTL ohne Erweiterung kann
  4. Mindestbestellwert je Kundengruppe manuell einrichten
  5. Wo der manuelle Weg endet
  6. Mindermengenzuschlag mit Bordmitteln nachbauen
  7. Mindermengenzuschlag richtig ausweisen
  8. Hinweis im Warenkorb und Zuschlag: das Plugin Mindestbestellwert
  9. Selbst einrichten oder Unterstützung holen?
  10. Häufige Fragen zum Mindermengenzuschlag im JTL-Shop
  11. Was ist ein Mindermengenzuschlag?
  12. Ist ein Mindermengenzuschlag erlaubt?
  13. Wie hoch sollte ein Mindermengenzuschlag sein?
  14. Wo stelle ich den Mindestbestellwert in JTL ein?
  15. Kann ich für Händler und Endkunden unterschiedliche Mindestbestellwerte festlegen?
  16. Gilt der Mindestbestellwert in JTL brutto oder netto?
  17. Wann sieht der Kunde, dass der Mindestbestellwert fehlt?

Eine Bestellung über 12 Euro kostet dich Verpackung, Zeit und Versand, oft mehr, als sie einbringt. Viele Händler setzen deshalb einen Mindestbestellwert. Der Mindermengenzuschlag ist die freundlichere Alternative: Kleine Bestellungen bleiben möglich, decken aber ihre Kosten. JTL-Shop und JTL-Wawi bringen für den Mindestbestellwert ein Bordmittel mit, für den Zuschlag nicht. Hier liest du, was du manuell einrichten kannst, wo der Weg endet und wie du einen Zuschlag sauber ausweist.

Das Wichtigste in Kürze
  • Mindestbestellwert oder Zuschlag: Ein Mindestbestellwert sperrt die Bestellung, bis der Warenwert erreicht ist. Ein Mindermengenzuschlag lässt sie zu und berechnet einen festen Betrag dazu.
  • JTL-Bordmittel: Den Mindestbestellwert legst du in JTL-Wawi als Attribut mindestbestellwert an der Kundengruppe fest. Händler und Endkunden bekommen so eigene Grenzen.
  • Wo es endet: Das Standard-Template weist auf Artikelseiten auf den Mindestbestellwert hin, den fehlenden Betrag meldet der Shop aber erst, wenn der Kunde zur Kasse will. Einen Mindermengenzuschlag gibt es von Haus aus nicht, nur Umwege über die Versandkosten.
  • Ausweisen: Ein Zuschlag muss vor der Bestellung klar genannt sein: im Preishinweis der Artikelseiten, etwa „zzgl. Versandkosten und ggf. Mindermengenzuschlag“ mit Link, auf der Seite zu Versand und Zahlung und als eigene Position im Warenkorb. Im Endbetrag der Bestellung steht er mit drin.
  • Plugin: Das Plugin Mindestbestellwert pflegt Regeln je Kundengruppe in der Shop-Administration, zeigt den fehlenden Betrag früh im Warenkorb und setzt wahlweise einen Mindermengenzuschlag statt der Sperre.

Sperre, Zuschlag oder höhere Versandkosten?

Ich entwickle seit 2004 Plugins für JTL und sehe die Frage nach kleinen Bestellungen in fast jedem Shop, der an Geschäfts- und Endkunden verkauft. Die Antwort hängt davon ab, was eine kleine Bestellung für dich bedeutet: ein Verlustgeschäft, das du verhindern willst, oder ein Kunde, den du halten willst, solange die Kosten gedeckt sind.

1
Mindestbestellwert als Sperre

Unter dem Betrag lässt sich nicht bestellen. Der Kunde füllt auf oder geht.

Passt bei: Großhandel, Händlerkonten, Ware mit hohem Aufwand je Auftrag.

Risiko: Kaufabbruch, wenn die Grenze spät auffällt.

2
Mindermengenzuschlag

Die Bestellung bleibt möglich. Unter dem Betrag kommt ein fester Zuschlag dazu.

Passt bei: Endkunden, Nachbestellungen von Kleinteilen, Ersatzteilen.

Risiko: Ärger, wenn der Zuschlag überrascht.

3
Versandkosten nach Warenwert

Kleine Warenkörbe zahlen mehr Versand, große weniger oder nichts.

Passt bei: Shops, deren Kosten vor allem im Versand liegen.

Risiko: Der Aufschlag versteckt sich in den Versandkosten.

Viele Shops brauchen zwei dieser Wege gleichzeitig: Händler bestellen netto ab einem festen Mindestbestellwert, Endkunden dürfen auch kleine Mengen bestellen und zahlen darunter einen Zuschlag. Genau diese Trennung nach Kundengruppe ist der Punkt, an dem du die Bordmittel genau kennen solltest.

Wie hoch Grenze und Zuschlag sein sollten

Rechne vom Aufwand je Bestellung aus, nicht vom Bauchgefühl. Angenommen, Kommissionierung, Karton und Zahlungsgebühr kosten dich je Auftrag 7 Euro, und dein Rohertrag liegt bei 25 Prozent des Warenwerts. Dann deckt erst ein Warenkorb ab 28 Euro diese festen Kosten. An diesem Wert setzt du die Grenze an. Bleibt ein Warenkorb darunter, sperrst du ihn oder berechnest einen Zuschlag, der die Lücke ungefähr schließt. Bei 12 Euro Warenwert bringt die Bestellung 3 Euro Rohertrag, es fehlen also rund 4 Euro. Prüf danach, ob der Betrag im Vergleich zum Warenwert noch angemessen wirkt. Ein Zuschlag, der höher ist als der Warenwert, schreckt mehr ab als eine klare Grenze.

Drei Wege für kleine Bestellungen im Online-ShopEin Warenkorb liegt unter der Grenze, zum Beispiel 32 Euro bei einer Grenze von 50 Euro. Drei gleichwertige Wege: Erstens Sperre, der Kunde kann nicht bestellen und muss 18 Euro auffüllen. Zweitens Mindermengenzuschlag, die Bestellung bleibt möglich, ein fester Zuschlag von zum Beispiel 4,90 Euro kommt als eigene Position dazu. Drittens Versandkosten nach Warenwert, die Bestellung bleibt möglich, unter 50 Euro kostet der Versand mehr. Für alle drei gilt: Grenze und Betrag vor der Bestellung klar nennen.Drei Wege für kleine BestellungenBeispiel: Warenkorb 32 € bei einer Grenze von 50 €1SperreMindestbestellwert✕ Bestellung nicht möglichKunde muss 18 € auffüllenoder bricht abZu zahlen:erst ab 50 €2ZuschlagMindermengenzuschlag✓ Bestellung möglichfester Zuschlag, z. B. 4,90 €als eigene PositionZu zahlen:36,90 € + Versand3VersandstaffelVersand nach Warenwert✓ Bestellung möglichUnter 50 € kostetder Versand mehrZu zahlen:32 € + mehr VersandFür alle drei Wege gilt: Grenze und Betrag vor der Bestellung klar nennen.Drei Wege für kleine Bestellungen im Online-ShopEin Warenkorb liegt unter der Grenze, zum Beispiel 32 Euro bei einer Grenze von 50 Euro. Drei gleichwertige Wege: Erstens Sperre, der Kunde kann nicht bestellen und muss 18 Euro auffüllen. Zweitens Mindermengenzuschlag, die Bestellung bleibt möglich, ein fester Zuschlag von zum Beispiel 4,90 Euro kommt als eigene Position dazu. Drittens Versandkosten nach Warenwert, die Bestellung bleibt möglich, unter 50 Euro kostet der Versand mehr. Für alle drei gilt: Grenze und Betrag vor der Bestellung klar nennen.Drei Wege fürkleine BestellungenBeispiel: Warenkorb 32 € beieiner Grenze von 50 €1SperreMindestbestellwert✕ Bestellung nicht möglichKunde muss 18 € auffüllenoder bricht abZu zahlen: erst ab 50 €oder2ZuschlagMindermengenzuschlag✓ Bestellung möglichfester Zuschlag, z. B. 4,90 €als eigene PositionZu zahlen: 36,90 € + Versandoder3VersandstaffelVersand nach Warenwert✓ Bestellung möglichUnter 50 € kostetder Versand mehrZu zahlen: 32 € + mehr VersandFür alle drei Wege gilt: Grenze undBetrag vor der Bestellung klar nennen.

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Du darfst die Grafik gerne kostenlos und unverändert auf deiner Website nutzen, auch auf gewerblichen Seiten, solange der enthaltene Quellenlink zu diesem Artikel erhalten bleibt. Kopiere einfach den Code und füge ihn ein. Die Größe darfst du anpassen. Für andere Nutzungen, etwa in Druckwerken oder in veränderter Form, frag mich bitte vorher. Stand 11/2026.

Das Schaubild in Kürze, am Beispiel eines Warenkorbs von 32 Euro bei einer Grenze von 50 Euro:

  • Sperre (Mindestbestellwert): Die Bestellung ist nicht möglich. Der Kunde muss 18 Euro auffüllen oder bricht ab.
  • Mindermengenzuschlag: Die Bestellung bleibt möglich. Ein fester Zuschlag, zum Beispiel 4,90 Euro, kommt als eigene Position dazu.
  • Versandkosten nach Warenwert: Die Bestellung bleibt möglich. Unter 50 Euro kostet der Versand mehr.
  • Für alle drei Wege gilt: Grenze und Betrag vor der Bestellung klar nennen.

Was JTL ohne Erweiterung kann

Für kleine Bestellungen gibt es in JTL mehrere Stellschrauben. Sie liegen an verschiedenen Orten, teils in JTL-Wawi, teils in der Shop-Administration:

  • Mindestbestellwert je Kundengruppe: In JTL-Wawi unter „Kunden“, „Kundengruppen“ legst du im Bereich „Attribute“ das Attribut mindestbestellwert an. Der Wert ist ein Betrag in der Währung des Shops, also 30 für 30 Euro.
  • Kundengruppen mit eigenen Preisen: Je Kundengruppe stellst du ein, ob angemeldete Kunden Nettopreise sehen. Dazu kommen Rabatte und eigene Preise je Gruppe.
  • Grenzen je Zahlungsart: In der Shop-Administration unter „Zahlungsarten“ hat jede Zahlungsart einen Mindestbestellwert und einen maximalen Bestellwert. Darunter oder darüber wird sie nicht angeboten, die Bestellung selbst bleibt möglich.
  • Versandarten mit Wertgrenzen: Unter „Versand“, „Versandarten“ gibt es „Versandart verfügbar ab“, „Versandkostenfrei ab“ und die Berechnung „Versandkosten nach Warenwert und Lieferland“. Versandarten lassen sich auf Kundengruppen beschränken.
  • Mindestabnahme je Artikel: In den Artikelstammdaten der Wawi legst du auf der Registerkarte „Abnahme“ eine Mindestabnahme und ein Abnahmeintervall fest, auch je Kundengruppe. Das betrifft die Menge eines Artikels, nicht den Wert des Warenkorbs.

Wichtig für die Planung: Den Mindestbestellwert aus dem Attribut prüft der Shop gegen den Bruttowert des Warenkorbs. Ein eingelöster Kupon senkt diesen Wert, ein Guthaben zählt nicht mit. Diese Bezugsgröße gilt für alle Kundengruppen, auch für Händler, die netto einkaufen.

Mindestbestellwert je Kundengruppe manuell einrichten

Der folgende Ablauf richtet einen Mindestbestellwert mit Bordmitteln ein. Er setzt voraus, dass deine Kunden schon in passenden Kundengruppen stehen, etwa „Endkunden“ und „Händler“.

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    Kundengruppen prüfen

    Öffne in JTL-Wawi „Kunden“, „Kundengruppen“. Prüf, welche Gruppe Standard ist und welche Gruppen Nettopreise sehen. Die Standardgruppe gilt auch für Gäste. Wer ohne Anmeldung bestellt, bekommt deshalb deren Mindestbestellwert.

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    Attribut je Gruppe anlegen

    Lege im Bereich „Attribute“ der Kundengruppe das Attribut mindestbestellwert an und trag den Betrag ein. Rechne bei Händlergruppen mit Nettopreisen zurück: Der Shop vergleicht mit dem Bruttowert. Willst du 150 Euro netto bei 19 Prozent Umsatzsteuer, trägst du 178,50 ein. Für Ware mit 7 Prozent passt diese Umrechnung nicht, dort reichen dann schon rund 166,82 Euro netto.

  3. 3

    Abgleich mit dem Shop

    Übertrag die Änderung mit dem nächsten Abgleich in den Shop. Erst danach gilt der Wert für Bestellungen.

  4. 4

    Grenze selbst ankündigen

    Das Standard-Template NOVA zeigt auf Artikelseiten den Satz „Bitte beachten Sie den Mindestbestellwert von …“, wenn der Artikel allein darunter bleibt. Im Warenkorb läuft dagegen kein Hinweis mit. Nenn die Grenze deshalb zusätzlich, ebenso Wertgrenzen einzelner Zahlungsarten, auf der Seite zu Versand und Zahlung, in den AGB und, wenn dein Template das zulässt, mit einem Textbaustein im Warenkorb.

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    Testbestellung je Gruppe

    Melde dich mit einem Testkonto jeder Kundengruppe an, leg einen Warenkorb knapp unter und knapp über die Grenze und geh jeweils zur Kasse. Prüf dabei auch einen Kupon und die Grenzen deiner Zahlungsarten.

Wo der manuelle Weg endet

Grenzen der Bordmittel

  • Den fehlenden Betrag erfährt der Kunde erst, wenn er zur Kasse will. Der Shop leitet ihn dann mit der Meldung „Der Mindestbestellwert wurde nicht erreicht“ in den Warenkorb zurück.
  • Im Warenkorb läuft weder der fehlende Betrag noch ein Fortschritt mit. Der Hinweis auf der Artikelseite nennt nur die Grenze.
  • Die Bezugsgröße ist immer brutto, auch für Händler. Nettogrenzen rechnest du von Hand um.
  • Ausnahmen je Lieferland kennt das Attribut nicht. Es gilt für die ganze Kundengruppe.
  • Einen Mindermengenzuschlag kennt JTL von Haus aus nicht. Unter der Grenze ist die Bestellung gesperrt.

Mindermengenzuschlag mit Bordmitteln nachbauen

Ohne Erweiterung kommst du einem Zuschlag am nächsten über die Versandkosten. Lege eine Versandart mit „Versandkosten nach Warenwert und Lieferland“ an und setz für kleine Warenkörbe einen höheren Betrag. Über die Kundengruppen der Versandart bekommen Händler und Endkunden eigene Staffeln.

Das funktioniert, hat aber zwei Haken. Der Aufschlag steht für den Kunden in den Versandkosten, nicht als eigener Posten. Wer wissen will, warum der Versand bei 32 Euro teurer ist als bei 60 Euro, muss das auf der Versandseite nachlesen. Und jede Staffel gibt es je Versandart und Lieferland, bei mehreren Versandarten pflegst du sie mehrfach. Wenn du diesen Weg gehst, mach die Staffeln wenigstens leicht auffindbar. Das Plugin Versandkosten-Liste zeigt deine Versandkosten als übersichtliche Tabelle im Shop. Wie du die Versandseite damit aufbaust, beschreibt der Artikel Versandkosten im JTL-Shop transparent zeigen.

Mindermengenzuschlag richtig ausweisen

Ein Mindermengenzuschlag sind zusätzliche Kosten neben dem Warenpreis, ähnlich wie die Versandkosten. In den Preis des Artikels und in den Grundpreis rechnest du ihn nicht ein. Verbraucher müssen aber vor der Bestellung erfahren, ob und in welcher Höhe er anfällt, und der Endbetrag in der Bestellübersicht muss ihn enthalten. Die wichtigsten Regeln für Preisangaben und Pflichtinformationen fasst der Ratgeber zu den rechtlichen Anforderungen an Online-Shops zusammen.

  • Am Preis hinweisen: Auf jeder Seite, von der aus Kunden etwas in den Warenkorb legen, gehört zum Preis ein Hinweis wie „zzgl. Versandkosten und ggf. Mindermengenzuschlag“ mit Link. Ein Hinweis erst im Warenkorb kommt zu spät.
  • Grenze und Betrag nennen: auf der Seite zu Versand und Zahlung, die dieser Link öffnet, und in den AGB.
  • Im Warenkorb zeigen: als eigene Position mit klarer Bezeichnung, nicht versteckt in einer anderen Summe.
  • Endkunden brutto: Verbrauchern nennst du den Betrag mit Umsatzsteuer. Eine reine Nettoangabe passt nur, wenn du ausschließlich an Unternehmen verkaufst.
  • Vermeidbar halten: Setz die Grenze so, dass übliche Bestellungen darüber liegen und Kunden den Zuschlag durch Auffüllen vermeiden können.
  • Werbung prüfen: Wirbst du mit „versandkostenfrei“, darf das nicht den Eindruck erwecken, es kämen unter der Grenze keine weiteren Kosten dazu.
  • Gleicher Wortlaut überall: Betrag, Grenze und Bezugsgröße (brutto oder netto, mit oder ohne Kupon) stehen auf jeder Seite gleich.

Hinweis:

Dieser Abschnitt gibt einen allgemeinen Überblick und ist keine Rechtsberatung. Welche Angaben dein Shop braucht, hängt von Zielgruppe, Ländern und Geschäftsmodell ab. Lass Preisangaben, AGB und die Seite zu Versand und Zahlung im Zweifel von einer Anwältin, einem Anwalt oder einem Händlerbund prüfen.

Beispiel: Ein Händler für Verpackungsmaterial mit zwei Zielgruppen

Angenommen, ein Händler für Kartons und Klebeband verkauft an Firmen und an Privatleute. Händler sollen erst ab 150 Euro netto bestellen. Privatleute bestellen oft nur eine Rolle Klebeband und ein paar Kartons. Er trägt in der Wawi für die Händlergruppe mindestbestellwert 178,50 ein und baut für Endkunden eine Versandstaffel, die unter 40 Euro 4,90 Euro mehr kostet.

Nach einem Monat fragten zwei Händler, warum sie erst an der Kasse erfahren, wie viel noch fehlt. Ein Privatkunde beschwerte sich über „versteckte Versandkosten“, obwohl der Preishinweis auf die Versandseite verlinkte und die Staffel dort stand. Technisch ist beides richtig eingerichtet. Trotzdem fehlen zwei Dinge: ein mitlaufender Hinweis im Warenkorb und ein eigener Posten für den Zuschlag.

Hinweis im Warenkorb und Zuschlag: das Plugin Mindestbestellwert

Für genau diese beiden Lücken habe ich das Plugin Mindestbestellwert für JTL-Shop 5 entwickelt. Du pflegst die Regeln in der Shop-Administration bei den Plugins, im Plugin Mindestbestellwert auf dem Reiter „Regeln“: eine Zeile je Kundengruppe und eine Standardregel für alle übrigen. Je Zeile legst du den Betrag fest, ob er brutto oder netto gilt, ob Kupons den Warenwert mindern, welche Lieferländer ausgenommen sind und ob unter der Grenze gesperrt oder ein Mindermengenzuschlag berechnet wird.

Im Shop steht der Hinweis dort, wo der Kunde einkauft: im Warenkorb, im Mini-Warenkorb und auf der Artikelseite. Jede Stelle lässt sich einzeln abschalten. Der Hinweis nennt den fehlenden Betrag, die Bezugsgröße und bei Zuschlagsregeln den Satz „Unter 40,00 € berechnen wir einen Mindermengenzuschlag von 4,90 €“, auf Wunsch mit Fortschrittsbalken. Der Zuschlag erscheint als eigene Position „Mindermengenzuschlag“ im Warenkorb und verschwindet von selbst, sobald die Grenze erreicht ist. Welche weiteren Erweiterungen es für JTL-Shop gibt, zeigt die Übersicht der JTL-Plugins.

AufgabeJTL-Shop und JTL-Wawi selbstPlugin Mindestbestellwert
Grenze je KundengruppeAttribut mindestbestellwert an der Kundengruppe in der Wawieine Regel je Kundengruppe in der Shop-Administration, dazu eine Standardregel für alle übrigen
Bezugsgrößeimmer brutto, Kupons senken den Wert, Guthaben zählt nicht mitbrutto oder netto je Regel, Kupons wahlweise abgezogen
Hinweis an den KundenGrenze auf Artikelseiten (Template NOVA), fehlender Betrag erst, wenn der Kunde zur Kasse willfehlender Betrag mit Fortschrittsbalken im Warenkorb, im Mini-Warenkorb und auf der Artikelseite, jede Stelle einzeln abschaltbar
Kleine Bestellung zulassennur über eine Versandstaffel nach WarenwertMindermengenzuschlag als eigene Position im Warenkorb und in der Bestellung
Ausnahmen je Lieferlandnicht vorgesehenAusnahme-Länder je Regel
SperreBestellung unter der Grenze nicht möglichSperre auf jeder Seite des Bestellvorgangs und zusätzlich direkt vor dem Bestellabschluss
Übergabe an JTL-Wawinicht nötigZuschlag als Position vom Typ Bearbeitungsgebühr mit Name und Preis in der Bestellung
Bestehende Werte aus der Wawigilt wie eingetragendas Plugin übernimmt den Wert, solange keine Plugin-Regel für die Gruppe oder als Standard greift, und ergänzt den frühen Hinweis; bleibt das Attribut gesetzt, sperrt der Shop mit diesem Wert weiter
← Tabelle seitlich scrollen →

Gut zu wissen für die Einrichtung:

  • Warenwert: Als Warenwert einer Regel zählt der Warenkorb ohne Versandkosten.
  • Wawi-Attribut: Ist für eine Kundengruppe in der Wawi das Attribut mindestbestellwert gesetzt, prüft der Shop diesen Wert weiter selbst. Ein Zuschlag ist dann nicht möglich, die Regel wirkt als Sperre. Auch ein niedrigerer Plugin-Wert oder eine Länder-Ausnahme hebt die Sperre des Shops nicht auf. Für Zuschlag, Ausnahmen oder einen anderen Betrag entfernst du zuerst das Attribut.
  • Steuer und Zahlungsarten: Der Zuschlag nutzt dieselbe Steuerklasse wie die Versandkosten und zählt zum Bestellwert. Prüf deshalb die Mindest- und Höchstwerte deiner Zahlungsarten mit Zuschlag.
  • Testbestellung: Spiel vor dem Start eine Bestellung mit Zuschlag bis zur Rechnung in der Wawi durch.
  • Anzeige: Den Zusatz am Preis der Artikelseiten („zzgl. Versandkosten und ggf. Mindermengenzuschlag“) brauchst du unabhängig vom Plugin, über Template oder Textbaustein. Die Anzeige des Plugins im Warenkorb kommt dazu, lass dort mindestens eine Anzeigestelle eingeschaltet. Für Endkundengruppen nennst du Grenze und Zuschlag brutto.

Das Plugin Mindestbestellwert findest du im JTL Extension Store, mit Beschreibung, Screenshots und Lizenz. Es ist meine eigene Entwicklung und kein Produkt der JTL-Software-GmbH.

Selbst einrichten oder Unterstützung holen?

Einen einzelnen Mindestbestellwert für Händler richtest du mit dem Attribut in wenigen Minuten ein. Unterstützung lohnt sich, wenn mehrere Kundengruppen mit unterschiedlichen Regeln, Lieferländern und Zahlungsarten zusammenkommen oder wenn Zuschlag und Versandstaffeln aufeinander abgestimmt werden sollen. Als JTL-Entwickler aus Münster richte ich Regeln, Texte und Testbestellungen so ein, dass Grenze und Zuschlag auf jeder Seite gleich erklärt sind. Gibt bei deinen Kunden der Einkauf jede Bestellung frei, hilft ein geteilter oder gedruckter Warenkorb. Bestellen Stammkunden regelmäßig dieselben Artikel, beschleunigen Schnellbestellung und Bestellvorlagen die Nachbestellung. Wie du Händler und Einkäufer überhaupt auf deinen Shop bringst, zeigt der Ratgeber zu B2B-SEO.

Checkliste: Mindestbestellwert und Mindermengenzuschlag im JTL-Shop

Weg wählen, Kundengruppen einrichten, Zuschlag ausweisen und testen, auf einer Seite zum Abhaken.

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Häufige Fragen zum Mindermengenzuschlag im JTL-Shop

Was ist ein Mindermengenzuschlag?

Ein fester Betrag, den ein Shop berechnet, wenn eine Bestellung unter einem bestimmten Warenwert bleibt. Anders als beim Mindestbestellwert bleibt die Bestellung möglich. Der Zuschlag deckt die Kosten, die bei jeder Bestellung unabhängig von ihrer Größe anfallen, etwa für Kommissionierung und Verpackung.

Ist ein Mindermengenzuschlag erlaubt?

Ja, ein Händler darf ihn verlangen. Er muss ihn Verbrauchern vor der Bestellung klar nennen, als eigenen Betrag neben dem Warenpreis. In den Artikelpreis rechnest du ihn nicht ein, im Endbetrag der Bestellung steht er mit drin. Üblich ist ein Hinweis am Preis jeder Artikelseite mit Link auf die Seite zu Versand und Zahlung und eine eigene Position im Warenkorb. Im Einzelfall lohnt eine rechtliche Prüfung.

Wie hoch sollte ein Mindermengenzuschlag sein?

So hoch, dass er die festen Kosten einer kleinen Bestellung ungefähr deckt, etwa für Kommissionierung, Verpackung und Zahlungsgebühr. Rechne aus, ab welchem Warenwert dein Rohertrag diese Kosten trägt, und setz Grenze und Zuschlag daran an. Im Verhältnis zur bestellten Ware sollte der Zuschlag angemessen bleiben.

Wo stelle ich den Mindestbestellwert in JTL ein?

In JTL-Wawi unter „Kunden“, „Kundengruppen“. Dort legst du im Bereich „Attribute“ das Attribut mindestbestellwert mit dem Betrag an, etwa 30 für 30 Euro. Nach dem Abgleich gilt der Wert im Shop für diese Kundengruppe.

Kann ich für Händler und Endkunden unterschiedliche Mindestbestellwerte festlegen?

Ja. Das Attribut gehört zur Kundengruppe, jede Gruppe bekommt ihren eigenen Wert. Die Standardgruppe gilt auch für Gäste. Willst du für eine Gruppe einen Zuschlag statt einer Sperre, brauchst du eine Versandstaffel oder ein Plugin.

Gilt der Mindestbestellwert in JTL brutto oder netto?

Beim Attribut mindestbestellwert vergleicht der Shop mit dem Bruttowert des Warenkorbs, auch für Händler mit Nettopreisen. Ein Kupon senkt den Wert, ein Guthaben zählt nicht mit. Eine Grenze von 150 Euro netto trägst du bei 19 Prozent Umsatzsteuer deshalb als 178,50 ein.

Wann sieht der Kunde, dass der Mindestbestellwert fehlt?

Die Grenze selbst nennt das Standard-Template NOVA auf Artikelseiten, deren Preis darunter liegt. Dass im Warenkorb noch Geld fehlt, meldet der Shop mit Bordmitteln erst, wenn der Kunde zur Kasse gehen will, und schickt ihn dann in den Warenkorb zurück. Einen mitlaufenden Hinweis im Warenkorb bekommst du über eigene Textbausteine im Template oder über ein Plugin.

Mindestbestellwert je Kundengruppe, mit Zuschlag statt Sperre

Das Plugin Mindestbestellwert zeigt den fehlenden Betrag schon im Warenkorb und berechnet auf Wunsch einen Mindermengenzuschlag als eigene Position. Lieber mit Begleitung? Dann schreib mir, wie dein Shop heute mit kleinen Bestellungen umgeht.

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Schreib mir kurz, welche Kundengruppen du hast und was bei kleinen Bestellungen heute passiert. Ich sage dir, welcher Weg zu deinem Shop passt.

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